Viele sind der Meinung, dass sie ein Dirndl anziehen können. Anziehen ja, aber ob es auch wirklich gut aussieht? Am Beispiel der Lederhose lässt es sich gut vergleichen. Das größte Volksfest der Welt öffnet seine Pforten und schon hüpft jeder in die Lederhose. Dass man für eine Lederhose aber auch vernünftige Waden braucht, wissen da mit Sicherheit die wenigsten. Eine typische Krachlederne steht eben nur einem Bayer. Schon allein die Bewegung in so einer Kleidung ist das A und O. Deshalb gibt es ja auch die sogenannten Landestrachten. Diese hat man ja nicht nur einmal im Jahr an. Meistens ist man mit der Kultur und ihrer Kleidung groß geworden. Das wäre das gleiche, wenn ein gestandener Bayer die Kleidung eines Scheichs anziehen würde. Man würde sofort merken, dass das nicht passt. Und das ist auch gut so.
Jedem seine Kultur. Die einen brauchen so genanntes Holz vor der Hütte, um die Bluse auszufüllen, die anderen prächtige Waden, um eine gute Figur zu machen. Bei den anderen würde man gar nichts merken, wenn sie sich nicht so steif bewegen würden. Als Bayer ist es eben normal, solch eine Kleidung zu tragen. Kleider machen Leute, so heißt es nicht nur in Bayern. Anderswo sieht man das genau so. Überall gibt es typische Bekleidung, die mit dem Land verbunden werden kann. So gibt es bei den Schotten den Kilt. Ein Bayer sieht darin bestimmt auch nicht so toll aus, wie ein waschechter Schotte. Dort ist es ähnlich, wie bei den Bayern. Jeder Clan hat dort sein eigenes Muster, das für einen Schottenrock verwendet wird. Diese Kleidung gibt es als Alltagskleidung und als Festtagskleidung. Dort legt man genauso wert auf Tradition, wie in Bayern. Was in Schottland das Karomuster ist, sind in Deutschland die unterschiedlichen Trachtenstoffe, die bei den verschiedenen Anlässen getragen werden.
Neben all der Tradition hält die Moderne Einzug. Junge Menschen sind darüber zwar erfreut und davon sehr angetan, denn sie finden alles etwas verstaubt. Dennoch ist es wichtig, gewisse Dinge so beizubehalten, wie es von den Alten weitergegeben wurde. Brauchtum ist wichtig, egal in welchem Land dies ist. Ohne diese Rituale und Feste wäre keiner in der Gemeinschaft so verwurzelt. So lernen bereits die Kinder schon, wie die unterschiedlichen Festtage zu gestalten sind, was gegessen wird und wie die Tage abzulaufen haben. Viele bayerische Feiertage haben einen festen Ablauf, der eingehalten werden muss, allein schon, um dieses Kulturgut nicht zu verlieren. Einige von diesen Festtagen sind zu Ostern, wie der Osterritt, oder zu Leonhardi die Pferdesegnung. Um die Weihnachtszeit findet das Räuchern in und um das Haus statt.
